Vogelgrippe bei Lachmöwe am Greifensee nachgewiesen
von Sandra Julius
Nachdem Anfang November 2025 in der Schweiz erste Fälle des Vogelgrippevirus nachgewiesen wurden, hat das Virus anfangs Dezember auch den Greifensee erreicht: In Fällanden, wurde eine Lachmöwe positiv auf das Virus getestet. Der Ortsteil Fällanden gilt seit dem 11. Dezember als Kontrollgebiet. Um eine Weiterverbreitung möglichst einzudämmen, bittet das Veterinäramt des Kantons Zürich die Bevölkerung, kranke und tote Wildvögel über den Notruf 117 zu melden. Wichtig ist, die Vögel nicht zu berühren und auch Hunde davon fernzuhalten.
Im Winterhalbjahr tritt die Vogelgrippe regelmässig in den Ländern Europas auf. Die Aviäre Influenza, wie die Vogelgrippe im Fachjargon genannt wird, ist eine akute, hochansteckende, fiberhafte Viruserkrankung von Geflügel – insbesondere von Huhn und Trute. Auch bei Wildvögeln wird die Krankheit regelmässig nachgewiesen. Über die Handels- und Transportwege von Geflügel sowie durch den Vogelzug von angesteckten Wildvögeln kann das Virus verbreitet werden.
In Europa und insbesondere in Deutschland waren seit Oktober mehrere Ausbrüche der Vogelgrippe bei Wildvögeln festgestellt worden. Am 4. November wurde das Virus bei einer Graugans in der Gemeinde Vinelz am Bielersee nachgewiesen. In der Folge wurden weitere Fälle, auch im Kanton Zürich, bestätigt. Die Ufer der grösseren Schweizer Seen, darunter auch der Greifensee, wurden daraufhin in einem drei Kilometer breiten Streifen zum Beobachtungsgebiet mit besonderen Schutz- und Hygienemassnahmen für Geflügelhaltungen erklärt, um die Ausbreitung des Virus zu vermeiden (siehe Webseite BLV).
Anfangs Dezember ist das Vogelgrippevirus am Greifensee angekommen – im Ortsteil Fällanden wurde eine tot aufgefundene Lachmöwe positiv auf das Vogelgrippevirus getestet. Das kantonale Veterinäramt hat Fällanden (ohne Benglen und Pfaffhausen) daher am 11. Dezember 2025 als Kontrollgebiet deklariert (siehe Mitteilung Gemeinde Fällanden).
Um eine Weiterverbreitung der Vogelgrippe möglichst gering zu halten, ist es wichtig, angesteckte Vögel rasch zu bergen. Das BLV und das Veterinäramt des Kantons Zürich bitten deshalb die Bevölkerung, kranke und tote Wildvögel zu melden, damit sie auf das Virus getestet werden können und kein Ansteckungsrisiko für gesunde Vögel mehr darstellen. Dabei empfiehlt sich folgendes Vorgehen:
- Abstand halten, Vogel nicht anfassen
- 117 wählen, damit der zuständige Wildhüter oder Jagdaufseher informiert wird, um den Vogel zu bergen und zur Beprobung weiterzugeben
- Hunde vom toten Vogel fernhalten
Ebenfalls ist es wichtig, Wasservögel nicht zu füttern. Durch die Fütterung, die im Wasser- und Zugvogelreservat Greifensee ohnehin verboten ist, sammeln sich viele Vögel an einem Ort an, was eine Übertragung des Virus erleichtert.
Weitere Informationen:
- Mitteilung der Gemeinde Fällanden
- Vogelgrippe im Kanton Zürich
- Verordnung des BLV vom 6. November
Foto (Archivbild, 2023): Kranke Möve am Greifensee